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Wanderschuhe: Hygiene und Pflege für gesunde Füße

Das Obermaterial des Wanderschuhs ist sauber und imprägniert, die Sohlen frei von groben Schutz, die Einlegesohle aufgestellt — reicht das aus, um den Innenteil des Schuhs hygienisch zu halten? Die Podologin Simone Seng beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein und gibt weitere Tipps.
Tipp 1: Wanderschuhe lüften und desinfizieren

Nach jeder Wanderung ist es wichtig, die Wanderschuhe gut zu lüften. Dazu den Schuh weit öffnen, die Innensohle aufstellen oder am besten ganz herausnehmen, damit das Schuhinnere gut austrocknen kann. Mit einem Desinfektionsspray rücken Sie möglichen Pilzsporen zu Leibe, die das feuchte Klima in Wanderschuhen lieben. Sind Wanderschuhe von Pilzsporen befallen, hilft es, die Wanderschuhe für einige Tage in den Gefrierschrank zu stellen.

Tipp 2: Socken nach jeder Wanderung wechseln

Wer wandert, schwitzt am Fuß – manche mehr, manche weniger. Das Wechseln und Waschen der Socken nach jeder Tour verhindert, dass Füße und Wanderschuhe unangenehm „müffeln“ oder sich Fuß- oder Nagelpilzsporen einnisten. Da Wandersocken meist nicht in den Kochwaschgang dürfen, empfiehlt es sich, ein flüssiges Desinfektionsmittel zuzugeben, um Keimen und Sporen den Garaus zu machen.

Wanderer, die mehrere Tage unterwegs sind, empfiehlt Simone Seng dünne Inlaysocken aus Mikrofaser. Diese transportieren den Schweiß weg von der Haut, so dass die Haut trocken bleibt. „Außerdem können sie jeden Abend mit Handwäsche gewaschen und über Nacht getrocknet werden“, erklärt sie. Wanderer, die unter Hyperhidrose leiden, also krankhaftem Schwitzen, können zusätzlich eine Vlieskompresse oder medizinische Schafwolle in die Zeh-Zwischenräume legen und so Fußpilzerkrankungen vorbeugen.

Tipp 3: Fußbad nach jeder Wanderung

Wanderer, die stark an den Füßen schwitzen oder Kompressionsstrümpfe tragen, können sich nach jeder Wanderung ein Fußbad gönnen, um die Füße zu reinigen und leicht zu desinfizieren. Simone Seng greift hier gerne auf Hausrezepte zurück: „Dem handwarmen Wasser kann zum Beispiel wahlweise Teebaumöl, Seifenlauge aus echter Kernseife ohne Palmöl oder etwas Essig beigegeben werden.“

Nach dem Fußbad ist es wichtig, die Füße und vor allem die Zwischenräume der Zehen sorgfältig zu trocken. „Diese Stellen sind oft der Ausgangspunkt von Fußpilzerkrankungen, die sich im Laufe der Zeit im ganzen Zehbereich und den Fuß ausbreiten“, so die Erfahrung der Podologin.

Tipp 4: Füße eincremen statt pudern

Fußpuder ist für Menschen mit problematischer Fußhaut nicht zu empfehlen: „Die feinen Partikel des Puders fördern durch Mikroabrasionen die sowieso schon geschwächte Hautflora“, erläutert Simone Seng. Und Fußcremes?  „Fußcremes sind empfehlenswert, sollten jedoch idealerweise kein Melkfett enthalten und schnell und rückstandslos einziehen“, empfiehlt sie. Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetikern rät sie außerdem, Cremes ohne Konservierungsstoffe zu verwenden, da diese Stoffe auch gesunde Fußbakterien abtöten können.

Tipp 5: Im Zweifel immer zum Hautarzt

Besonders für Wanderer mit Diabetes, starker Hornhautbildung sowie Hyperhidrose ist alle vier bis sechs Wochen eine podologische Behandlung der Füße sinnvoll. Bei dieser wird unter anderem überschüssige Hornhaut fachgerecht entfernt. „Grundsätzlich ist Hornhaut nichts Schlechtes. Bilden sich jedoch Schrunden, ist es wichtig einzugreifen, da hier Bakterien und andere Keime eindringen können“, erläutert Frau Seng.

Außerdem hat die Podologin ein Auge auf Veränderungen der Haut und Zehnägel. „Podologen arbeiten Hand und Hand mit Hautärzten und schicken ihre Patienten zum Facharzt, wenn sie Auffälliges entdecken.“

Simone Seng
Simone Seng

Simone Seng ist ausgebildete Podologin und hat ihre Praxis im pfälzischen Schifferstadt.

Prävention und Heilkunde am Fuß

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