Wanderer auf dem Leininger Burgenweg. Im Hintergrund Wegmarkierung sichtbar.
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Augen auf! Wandern mit Markierungen, Wegzeichen und Symbolen

Die Wanderwege in der Pfalz punkten mit guten Markierungen. Doch wissen Sie, welche Touren besonders umfassend mit Wegzeichen und Symbolen ausgezeichnet sind und woran Sie besonders schöne Wege erkennen?

Der Pfälzerwald ist ein Eldorado für Wanderfreunde. Viele schätzen die naturbelassenen Pfade, die spektakulären Felsformationen, die vielen Burgen und die Sehenswürdigkeiten, die es rechts und links der Wege zu entdecken gibt — von Hütten und Naturfreundehäusern für eine Einkehr ganz zu schweigen. Doch wie finden Sie sich am besten zurecht, wenn an Bäumen und Holzpfosten verschiedene Wegzeichen und Symbole zu finden sind?

Prädikatswege: Wegzeichen vom Feinsten

Ideal, um die Wanderregion Pfälzerwald zu entdecken, sind die sogenannten Prädikatswege. Etwa fünfzig davon gibt es allein im Pfälzerwald, weil sich Land, Kommunen und Tourismusverbände vor einigen Jahren in einer Qualitätsoffensive dem Ziel „Wandern als Erlebnis“ verschrieben haben.

Das Siegel „Premiumwanderweg“ wird vom Deutschen Wanderinstitut e. V. verliehen. Es steht für naturnahes Wandern auf abwechslungsreichen Pfaden mit schönen Aussichten und Sehenswürdigkeiten sowie einer durchgängigen Beschilderung beziehungsweise Markierung. Daneben gibt es die mit dem Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbands (DWV) ausgezeichneten Wege. Alle Prädikatswege zeichnen sich nicht nur durch eine gute Wegführung und -markierung aus, es spielen auch Naturattraktionen, regionale Sehenswürdigkeiten und die umliegende Infrastruktur eine Rolle.

„Viele unserer Prädikatswanderwege sind als Rundwege vom Pfälzerwaldverein und einem kommunalen Träger angelegt. Durch die Zertifizierung werden sie regelmäßig gepflegt und sind daher verkehrssicher. An Wegkreuzungen gibt es meist mehrere Zeichen mit dem Symbol des jeweiligen Prädikatswegs. Außerdem befinden sich entlang der Strecke etwa alle 500 Meter weitere Markierungen. Dadurch kann man sich auch ohne Ortskenntnisse gut orientieren“, erläutert Tobias Kauf vom Pfalz.Touristik e.V.

Wandern nach Karte: Von Balken, Scheiben, Dreiecken und Kreuzen

Wer etwas routinierter im Wandern ist, kann anhand einer Wanderkarte seine Touren selbst zusammenstellen. Sehr viele Tourenvorschläge – auch von Privatpersonen – sind auf Apps wie der Wanderfit-App, Outdooractive oder Komoot zu finden. „Manche dieser Touren sind nicht durchgängig mit dem gleichen Wegzeichen oder Symbol markiert. Daher ist es wichtig, entlang der Strecke die Punkte zu kennen, an denen sich die Wegzeichen ändern“, so Tobias Kauf, und weiter: „Sinnvoll für solche Touren ist aktuelles Kartenmaterial oder ein Wander-Navi, da auf veralteten Wanderkarten die Wege anders eingezeichnet sein können als heute. Seit einigen Jahren gelten andere Markierungsstandards. Inzwischen steht der ganzheitliche Blick auf die Wanderwege der Region im Fokus. Um Flora und Fauna zu schützen und die Qualität und durchgängige Markierung der Wege zu sichern, werden daher Strecken beruhigt und demarkiert. Das gilt besonders für die Kernzonen des Biosphärenreservats.“

Ebenfalls jüngeren Datums sind die gelben Schilder mit schwarzer Schrift, die an wichtigen Wegkreuzungen zu finden sind. „Dieser einheitliche Schilderstandard mit konkreten Ortsangaben gehört zu einer Qualitätsoffensive auf Landesebene. Allerdings ist die Beschilderung noch nicht flächendeckend von allen Verbandsgemeinden eingeführt“, erklärt Tobias Kauf.

Fernwanderwege: In Etappen oder am Stück genießen

Wer Streckenwanderungen von A nach B bevorzugt, ist auf zertifizierten Fernwanderwegen gut aufgehoben. Drei dieser Wege durchziehen den Pfälzerwald, auch sie sind durchgängig und engmaschig mit Symbolen gekennzeichnet: der Pfälzer Höhenweg, der Pfälzer Waldpfad und der Pfälzer Weinsteig. Tobias Kauf: „Für die Zertifizierung dieser Fernwanderwege haben übergeordnete Organisationen wie der Pfalz.Touristik e.V. Streckenvorschläge eingereicht. Diese landschaftlich sehr schönen Touren sind ideal für eine mehrtägige Wanderung mit Zwischenübernachtungen. Alternativ können Wanderer einzelne Etappen als Tageswanderung auswählen und für die An- und Abfahrt den ÖPNV nutzen.“

Wer diese drei Wege bereits kennt, kann einen der Pilgerwege erwandern, die durch den Pfälzerwald zur Hauptroute des Jakobswegs nach Frankreich führen. Sie sind mit einer stilisierten Muschel oder einem gelben Pfeil markiert.

Freestyle-Wandern: Auf Wegen und Pfaden ohne Markierung

Auch wenn es auf Wanderkarten auf den ersten schnellen Blick so ausschaut – nicht alle Wege im Pfälzerwald sind markiert. Die zahlreichen, als feine gestrichelte Linien eingezeichneten Wege eröffnen erfahrenen Wanderern neue Erlebnisse. „Nicht markierte Wege sind eher Einheimischen bekannt und daher wenig begangen. Sie bieten insbesondere an sonnigen Wochenenden und in Ferienzeiten mehr Abgeschiedenheit und Stille. Allerdings ist die Qualität dieser Wege sehr unterschiedlich, da sie im Gegensatz zu Prädikatswegen nicht kontinuierlich gepflegt werden. Es kommt also vor, dass Bäume und Äste querliegen oder Teile der Wege zugewachsen oder schlecht zu erkennen sind. Wenn man zu mehreren unterwegs ist, sich gut im Gelände orientieren und mit solchen Herausforderungen umgehen kann, können nicht markierte Wege durchaus reizvoll sein“, so die Einschätzung von Tobias Kauf.

Wer mehr über Wegzeichen und Symbole im Pfälzerwald wissen möchte, findet übrigens auf Wikipedia einen guten Übersichtsartikel mit weiterführenden Links. Wer in anderen Regionen Wanderungen plant, kann sich vorab bei den regionalen Wandervereinen über die dort üblichen Markierungsstandards von Wanderwegen informieren.

Tobias Kauf

Wandert nicht nur in seiner Freizeit leidenschaftlich gern, er ist stellvertretender Geschäftsführer bei Pfalz.Touristik und hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

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