- Erholung
Sommernächte voller Sterne: Viel Gefunkel im Dunkeln
Wer sich in die Südpfalz aufmacht, findet an Beobachtungsplätzen wie dem Dach des Hauses der Nachhaltigkeit am Johanniskreuz, dem Bundenthal am Söller und am Pfaffenberg nahe Rumbach ideale Voraussetzungen: Diese Orte sind besonders dunkel und bieten in wolkenlosen Nächten den besten Blick in den Sternenhimmel.
Alternativ können Sie eine der als „Gemeinde unter den Sternen“ ausgezeichneten Kommunen besuchen, zu denen Rumbach, Maikammer und Annweiler am Trifels gehören. Sie setzen sich für eine umweltfreundliche Beleuchtung ein, die die Lichtverschmutzung verringert und zugleich Energie einspart.
Doch auch in anderen Gegenden Deutschlands lockt der sternenklare Himmel, zum Beispiel im Biosphärenreservat Rhön, im Nationalpark Eifel, im Bayerischen Wald und den Chiemgauer Alpen, im Brandenburgischen Westhavelland oder auf einigen Nordseeinseln.
Von den rund 6.000 Sternen, die von der Erde aus zu sehen sind, können Menschen an einem dunklen Ort etwa 4.000 mit bloßem Auge erkennen. Zum Vergleich: In einer Stadt mit ihren vielen Lichtern sind es nur etwa 200. Die meisten Sterne sind bei Neumond oder wenn die Mondsichel schmal ist, zu sehen. Natürlich ist auch klares, möglichst wolkenloses Wetter wichtig. Am besten beginnt man mit dem Sternebeobachten bei einsetzender Dämmerung, so sieht man, wie sich der Himmel mit mehr und mehr Sternen füllt. Verzichten Sie möglichst auf helles Licht von Taschenlampen oder Smartphones. Greifen Sie stattdessen zu einer Lampe mit rotem Licht, das die Nachtsicht weniger stört – und denken Sie daran, dass es etwa eine Viertelstunde dauert, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben.
- 15. Juni
- 14. Juli
- 12. August
- 11. September
- 10. Oktober
Der August ist der beste Monat, um Sternschnuppen am Nachthimmel zu beobachten. Die sogenannten Perseiden sind ein Meteorstrom und können jedes Jahr im August beobachtet werden. 2026 fällt der Höhepunkt auf die Nacht vom 12. auf den 13. August. In Rheinland-Pfalz bieten viele Sternwarten extra zu den Perseiden Veranstaltungen an – zum Beispiel die Sternwarte in Bad Kreuznach. Auch bei der Space-Night-Tour in Falkenstein und bei diesem Event am Campus Kaiserslautern steht der Sternschnuppenregen im Mittelpunkt.
Dunkelheit ist nicht nur für Sternegucker von Bedeutung. Wir Menschen und viele Tiere brauchen sie für einen guten Schlaf. Nachtaktive Tiere wie Fledermäuse, Eulen, Igel, Nachtfalter oder Amphibien nutzen die Dunkelheit, um ungestört zu jagen oder Partner zu finden. Lichtverschmutzung ist deshalb, ähnlich wie Lärm, ein echter Umweltfaktor – und das gilt besonders für Insekten, die oft magisch von Lichtquellen angezogen werden und unermüdlich, bis zur Erschöpfung um brennende Lampen kreisen.
Ein Insekt ist im Frühsommer besonders interessant zu beobachten: das Glüh- oder Johanniswürmchen. Es funkelt bei Dunkelheit ab Mitte Juni mit den Sternen um die Wette. Zu sehen sind diese Leuchtkäfer meist bis etwa Mitternacht in Büschen oder im Gras. Glühwürmchen nutzen diese Lichtsignale zur Partnersuche, fliegen können allerdings nur die männlichen Leuchtkäfer. Den Weibchen hingegen ist der Name „Glühwürmchen“ zu verdanken: Sie sind flügellos und ähneln im Aussehen tatsächlich kleinen Würmchen, die im Gras sitzend und vor sich hin leuchtend mögliche Partner anlocken.
Leider gibt es Jahr für Jahr weniger Leuchtkäfer. Unter dem Motto „Wir zählen Glühwürmchen – wer zählt mit?“ ruft das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen deshalb zur Teilnahme an einem Bürgerforschungsprojekt auf: Vom 15. bis 30. Juni 2026 werden im gesamten Schutzgebiet Glühwürmchen gezählt. Beteiligen können sich alle naturinteressierten Menschen, die innerhalb der Grenzen des Biosphärenreservats Glühwürmchen gesehen haben. Infos zu dieser Aktion gibt es hier. Auf was Sie achten sollten, finden Sie auf dem Meldeformular, das Sie sich am besten vorab anschauen.