Mikrofaser

Materialcheck: Was ist eigentlich Mikrofaser?

Mikrofasern sind aus Sport- und Wanderkleidung heute nicht mehr wegzudenken, so viele Vorzüge haben sie. Doch „die“ Mikrofaser gibt es nicht. Hinter dem Begriff steht eine ganze Gruppe sogenannter Chemiefasern, also von Fasern, die durch chemische Prozesse hergestellt werden.

 

Ausgangsmaterialien von Mikrofasern sind entweder synthetische Polymere, also Kunststoffe auf Rohölbasis wie Polyester, Polyamid und Polyacryl, oder natürliche Polymere wie zum Beispiel Cellulose.

Die feinen und leichten Fasern sind deutlich dünner als Seide. 10.000 Meter dieser Fasern bringen gerade mal ein Gramm auf die Waage. Noch leichter sind sogenannte Ultramikrofasern, die bei gleicher Länge 0,1 bis 0,3 Gramm wiegen. Auf Kleidungsstücken aus oder mit Mikrofasern werden Sie das Wort „Mikrofaser“ allerdings manchmal vergebens suchen. Viele Hersteller ziehen es vor, geschützte Markennamen oder eigene Bezeichnungen zu nutzen.

Welche Vorzüge haben Mikrofasern?

Warum Gewebe aus Mikrofaser vor allem im Sport so beliebt sind, lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: leicht, weich, formbeständig, dicht und schnelltrocknend. Die Fäden sind so dicht verwebt, dass es nur mikroskopisch kleine Zwischenräume gibt. Diese sind für Wasserdampf durchlässig, nicht jedoch für Wassertropfen. Durch diese Gewebestruktur haben Mikrofasern ihre atmungsaktiven Eigenschaften und sind zugleich wind- und wasserabweisend.

Für Obermaterialien wie Jacken oder Hosen kommt zum Beispiel häufig eine Mikrofasergewebe-Mischung aus Polyester und Polyamid zum Einsatz, die auch ohne weitere Beschichtung wasserdicht ist. Diese Kombination ist auch in Membranen zu finden, die als vor Nässe schützender Schicht zwischen Obermaterial und Innenschicht in Wanderschuhe eingearbeitet ist.

Mikrofasern lassen sich außerdem gut mit anderen Fasern wie zum Beispiel Wolle, Baumwolle oder Seide zu Mischgeweben kombinieren. Kleidung aus solchen Geweben verbinden dann die Vorzüge der verschiedenen Fasergruppen.

Sport- und Funktionskleidung aus Mikrofasern lässt sich gut waschen. Nur auf Weichspüler sollten Sie verzichten, da dieser die Fasern verklebt und die Durchlässigkeit der Gewebe verringert. Bügeln ist meist überflüssig, wenn die Kleidung nach dem Waschen gleich aufgehängt wird.

Mikrofasern und die Umwelt

Alles perfekt also? Einen Haken gibt es: Mikrofasern sind problematisch für die Umwelt. Zum einen, weil sie kaum verrotten, zum anderen, weil beim Waschen kleinste Partikel herausgewaschen werden und als Mikroplastik in unsere Gewässer gelangen. Wenn Sie nicht ganz auf Mikrofasern verzichten möchten, sollten Sie sich daher für gut verarbeitete und langlebige Produkte entscheiden. Ebenfalls hilfreich: Kleidung mit Mikrofasern nicht nach jedem Gebrauch waschen, sondern lieber zwischendurch einmal auslüften.